Ausbildungsmaterial:
A) Reglement leichte Infanterie Sachsen (1810)
Bewegung zur Flanke
Chargirung Avancirend
Chargirung Retirirend
Chargirung Stehend
B) Reglement Infanterie Sachsen (1804 + Ergänzungen 1810)
Das 2te leichte königlich-sächsische Infanterieregiment
Wesen der leichten Infanterie
Mit der Herausbildung der Linientaktik wurden leichte Truppen für Vorposten-,
Sicherungs- und Aufklärungsaufgaben erforderlich, die unabhängig von den in s
tarrer Linientaktik kämpfenden Armeen operierten. Im Österreichischen Erbfolgekrieg
wurden auf Österreichischer Seite Panduren und Kroaten für diese Aufgabe verwendet.
Nach diesem Vorbild schuf Friedrich II. die Freibataillone, die unabhängig operierten
und durch plötzliche, überraschende Angriffe den Feind störten. Sie wurden außerdem
zur Abwehr der Panduren Maria Theresias eingesetzt.
Einen vermehrten Einsatz erfuhr die leichte Infanterie durch den amerikanischen
Unabhängigkeitskrieg und die Französische Revolution im 18. Jahrhundert. Während in
allen anderen Armeen gut gedrillte Soldaten häufig unfreiwillig kämpften, gab es in
diesen Armeen hoch motivierte aber schlecht ausgebildete Freiwillige. Durch die Taktik
der leichten Infanterie konnte die fehlende Ausbildung zum Kampf in der Linie aufgewogen werden.
In der Österreichischen und Preußischen Armee gab es Jägerbataillone, in denen
Jäger und Waldhüter als Scharfschützen eingesetzt wurden, um während der Schlacht
auf gegnerische Offiziere zu schießen. Schützenbataillone wurden im 19. Jahrhundert
durch bürgerliche Schützen mit dem gleichen Auftrag gebildet.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Freibataillone durch zusätzlich zur Linientaktik
eingeführte Schützeneinheiten ersetzt. Große Bedeutung erlangte die leichte Infanterie (Tirailleure)
bei den Truppen der Französischen Revolution, in deren Kolonnentaktik. Zunächst nur in
eigenen Regimentern oder Bataillonen organisiert, wurden bald allen Bataillonen solche
Schützen zugewiesen - entweder in eigenen Kompanien (zum Beispiel Voltigeure) oder -
vor allem im deutschsprachigen Raum - in Form der dritten (hinteren) Glieder jeder Abteilung.
Im deutschen Heer wurde der Begriff Jäger für leichte Infanterie-Einheiten benutzt.
Die Jäger sollten in kleineren Einheiten und lockerer Aufstellung operieren sowie Deckung
aller Art zum gezielten Schuss ausnutzten. Dieser Einsatz von Büchsen war im Gegensatz zu
den Musketen der Linieninfanterie, der wesentliche Unterschied. Eine Vielzahl dieser Jäger
rekrutierte sich tatsächlich aus den Reihen der Forstleute und Jäger.
Die Aufstellung der beiden leichten Regimenter in Sachsen geht auf den
Feldzug von 1809 zurück, als die Schützenabteilungen der alten Regimenter
zu Bataillonen zusammengefasst wurden.
Mit der Herresreogranisation von 1810 wurden zwei leichte Regimenter gebildet.
Der erste Regiment wurde von Major von Egidy kommandiert. Der Stab lag in Zeitz,
sowie erste Bataillon, das zweite Bataillon lag in Weissenfels. Das zweite leichte
Regiment wurde von Oberst von Tettenborn kommandiert. Der Stab lag wie das erste
Bataillon in Naumburg. Das zweite Bataillon hatte Quartier in Merseburg.

1792/1793 begann die Aufstellung spezieller Schützen in der sächsischen Armee.
Die Soldaten, welche hierfür ausgesucht wurden, mussten genau schießen und selbstständig
handeln können, was für den Dienst in der leichten Infanterie unerlässlich ist.
Jedes Bataillon musste einen Offizier und einen Trommler, jede Kompanie
einen Unteroffizier und 8, später 10 Mann für diesen Dienst abstellen.
1804 wurden diese Regimentsschützen zu Schützenabteilungen formiert.
Der Trommler wurde später durch einen Hornisten ersetzt.
Die Schützenabteilungen trugen die Uniform ihrer Regimenter, lediglich ein grüner
Federstutz am Hut hob sie hervor.
Im Reglement über die Schützenabteilungen war lesen: "Die Scharfschützen stellen bei einem Bataillon und Regiment das vor, was die leichten Truppen bei einer Armee sind. Sie werden zu Avant- und Arrieregarden, Vor- und Seitentrupps, zur Deckung der Aufmärsche und anderer Bewegung der Linieninfanterie, zum Abhalten der feindlichen Plänkler, zu Vorposten, Rekognoszierungen und überhaupt allen solchen kleinen Detachements gebraucht, die Gewandheit und gutes Schießen erfordern. Hieraus ergibt sich von selbst, dass zu den Scharfschützen Soldaten zu wählen sind, auf deren Treue und Sittlichkeit man sich vorzüglich verlassen kann und die mit den zu ihrer oft ermüdenden Bestimmung notwendigen körperlichen Kräften und Ausdauer auch Mut, Entschlossenheit und Gegenwart des Geistes verbinden."
Wie man an der Formulierung des Reglements erkennen kann, war man in Sachsen immer noch nicht Stande, die Notwendigkeit zur Aufstellung "leichter" Infanterieverbände zu erkennen. Man verzettelte sich in kleinen Dingen!
Im entscheidenen Herbst des Jahres 1806 schloss sich Sachsen Preußen an, um mit
diesen gegen Napoleon ins Feld zu ziehen.
Sachsen stellte unter General von Zezschwitz ein Korps von ca. 20.000 Mann.
Bereits am 10. Oktober trafen bei Saalfeld preußisch-sächsische Truppen unter
Prinz Louis Ferdinand auf das französische X. Korps des Marschalls Lannes.
Die Tirailleure (Plänkler) der Franzosen machten den Verbündeten schwer zu schaffen.
Die drei sächsischen Regimenter "Churfürst", "Prinz Xaver" und "von Rechten" hielten
sich zwar mustergültig, aber erwiesen sich als zu schwerfällig.
Der Aufforderung Prinz Louis Ferdinand stärkere Schützenabteilungen an den Feind zu bringen,
konnte man keine Folge leisten. Der Tag endete mit einem französischen Sieg und der
preußische Hoffnungsträger Prinz Louis Ferdinand wurde tödlich verwundet.
Auch die Schlacht von Jena am 14. Oktober endete mit einer Niederlage. So wurde die Division Niesemeuschel auf dem Schneckenberg vom französischen Korps Augereau eingeschlossen und musste kapitulieren. Die Reste der Armee wurde zersprengt und nur wenige Einheiten konnten sich überhaupt retten. Das Grenadierbataillon "Aus dem Winkel", zog sich unter klingendem Spiel als Karree von Schlachtfeld zurück. Auch der preußische Oberbefehlshaber, Fürst von Hohenlohe-Ingelfingen, rettete sich in dieses Karree.
Napoleon schonte nach dem Kampf die Sachsen und bot den Beitritt zum Rheinbund an.
Churfürst Friedrich August III. konnte nur schwer gegen den übermächtigen Gegner ablehnen,
trat dem Rheinbund bei und wurde mit der Königskrone belohnt.
Nun musste Sachsen ein Hilfskorps von 6.000 Mann unter General von Polenz stellen und
nahm bereits am Feldzug von 1807 teil. Diese Truppen wurden hauptsächlich bei der
Belagerung Danzigs eingesetzt.
1809 musste Sachsen wiederum ein Hilfkorps stellen, um seine Verpflichtungen aus dem Rheinbund nachzukommen. Im Feldzug gegen Österreich wurden ca. 20.000 Mann unter General von Zezschwitz, als IX. Korps der Grande Armee dem Marschall Bernadotte unterstellt.

In dem Feldzug zeichneten sich erstmals die zwei im Mai neugebildeten
Schützbataillone aus. Das erste unterstand dem Kapitain von Metzsch, das zweite
dem Major von Egidy.
Diese beiden Schützenbataillone sind Vorläufer der späteren leichten Regimenter.
Zunächst trugen die Schützen weiterhin die Uniformen ihrer Regimenter.
Über den Einsatz der Schützenbataillone schrieb General von Zezschwitz
an den sächsischen König:
"Ich bin außer Stand, EW. Königl. Majestät den vortrefflichen Geist zu
schildern, der in den beiden Schützen-Bataillonen herrscht, man sieht,
wie eine Truppe, welche so gewählt ist und so durch tätige und auserlesene
Offizieren kommandiert wird, exaltiert werden kann. Die Kavallerie legt
unter anderem im Gefecht vom 20. ds. Mts. dem Bataillone von Egidy ein
ebenso einstimmiges als unbegrenztes Lob bei. Es tat was nur möglich war,
um das ganze zu retten. Die feindliche Infanterie hatte eine vorteilhafte
Stellung auf den Höhen. Der Major von Egidy, der wohl einsah, dass ein
gewöhnliches Tirailleurgefecht hier nicht ausreichen würde, griff den
Feind mit dem Bajonett an und verschaffte dadurch der Kavallerie Gelegenheit
zu operieren."
Der Einsatz der Husaren brachte den Sachsen schließlich den Sieg.
Im Oktober erreichte das Korps bei dem Feldzug gegen Österreich, Ungarn. Die während des Feldzuges übrig gebliebenen Schützenabteilungen wurden hier zu festen Truppenkörpern ernannt und sollten auf ein Bataillon aufgestockt werden. Bereits im Winter marschierten die Bataillone zurück nach Sachsen, das Erste nach Döbeln, das Zweite nach Eilenburg. Hier sollte die Bildung zu Regimentern beginnen.
Bereits zum 1. Mai sollte die Erweiterung zu Regimentern beendet sein.
Die Zeit reichte jedoch aber nicht aus. Es wurden für die Erweiterung
Männer aus der Forstwirtschaft angeworben, denen eine Anstellung nach ihrem Dienst
versprach.
Die sächsische Armee wurde 1810 grundlegend reorganisiert. Von den bestehenden
Linienregimenter wurden aufgelöst vier aufgelöst und die Mannschaften auf die
verbliebenen Regimenter verteilt.
Gemeinsam mit dem Jägerkrops, sollten die beiden leichten Regimenter eine leichte
Infanteriebrigade bilden. Das erste leichte Regiment befehligte nun Major von Egidy,
das Zweite Oberst von Tettenborn. Als Brigadekommandeur wurde Generalmajor Carl Ludwig
Sahrer von Sahr eingesetzt, der bei der Reorganisation für die leichten
Truppen zuständig war. Die leichte Infanteriebrigade wurde der 2. Division des Generalleutnants
Carl Christian Erdmann Edler LeCoq unterstellt.
General LeCoq galt als der eigentliche Vater der leichten Infanterie in Sachsen,
denn er schuf das erste Reglement für die Schützen und bemühte sich intensiv, um deren
Ausbildung. Im Sommer 1810 unterrichtete LeCoq in Zeitz eine provisorische
Halbbrigade aus den beiden Regimentern.
Im Sommer 1811 wurden bei Strehla, Torgau und Belgern mehrere Übungen abgehalten
ab, um sich von der Leistung der Schützen zu überzeugen.
Vor dem sächsischen König wurde eine Revue am 22./23. Juli 1811 abgehalten. Er sprach sein Lob aus und gab den Soldaten den Ehrentitel "Schützen". General LeCoq wurde zum Chef des ersten leichten Regimentes ernannt.
Napoleon bereitete sich im Winter 1811/12 auf den bevorstehenden und unglücklichen Russlandfeldzug vor. Die reorganisierte sächsische Armee wurde ebenfalls mobilisiert und sammelte sich bei Guben. Das zweite leichte Regiment wurde der 2. Sächsischen Division des Generalleutnants von Gutschmid unterstellt. General LeCoq übernahm das Kommando über das sächsischen Korps, welches als VII. Armeekorps der Grande Armée dem französischen General Reynier unterstellt wurde.

Die Aufgabe des VII. Armeekorps, war die Deckung der südlichen Flanke in Zusammenarbeit
mit dem unabhängigen Korps der Österreicher.
Da dem sächischen Korps die Kavalleriebrigade unter General Thielmann inkl. der
beiden Cheveaulegersregimenter zu Beginn des Feldzuges entzogen wurden, konnte das
Korps die gestellten Aufgaben unmöglich erfüllen.
Gleich zu Beginn des Feldzug wurde die Brigade Klengel bei Kobryn eingeschlossen
und musste kapitulieren.
Erst im direkten Zusammenwirken mit den österreichischem Korps unter Fürst
Schwarzenberg, wurde das russische Armeekorps unter Tormassov bei Podubna gestellt.
In der Schlacht konnten die Russen zwar geschlagen werden, aber die Kräfte reichten
für eine weitere Verfolgung nicht aus. Auch die Verluste, welche das sächsische Armeekorps
erlitten hatte, konnte nicht ausgeglichen werden. Die leichten Regimenter schlugen
sich mit solcher Bravor, dass sie mehrfach in den Berichten herausragend erwähnt wurden.

Das die russischen Kräfte trotz ihrer Niederlage weitere Verstärkung durch das
Korps des russischen Generals Tschitchagow zugeführt bekamen, musste General Reynier
den Rückzug antreten. Bei diesen geschickt geführten Absetzbewegungen zeichneten sich
die beiden leichten Regimenter wieder aus, sie bildeten die Nachhut.
Auf Grund der Leistungen der beiden leichten Regimenter, erlaubte man ihnen
Schnurrbärte zu tragen.
Bei Klinki fielen Oberstleutnant von Egidy und Major von Metzsch von ersten leichten
Regiment. Der schwerste Verlust.
Bei Biale verlegte Graf Reynier den verfolgenden Russen den Weg. Bei diesen
Kämpfen wurde Oberst von Tettenborn schwer verwundet. Der nächste schwere Verlust!
Nach den Gefechten bei Klinki und Biala fühlte Reynier sich genötigt,
den sächsischen Truppen noch einmal sein Lob auszusprechen, vermerkte
jedoch auch: "Es hat der General en chef in allen Gefechten bemerkt,
dass die leichte Infanterie aus der ihr eigenen Tapferkeit mitunter mit
zu wenig Apell, gewöhnlich aber ohne sich gehörig zu decken, gegen den
Feind geht. Er befiehlt daher, den Schützen bekannt zu machen, wie ihm
besonders daran gelegen ist, diese braven Soldaten zu erhalten und dass
sie daher mit mehr Vorsicht bei der Verfolgung des Feindes zu Werke
gehen sollen."
Die Grande Armee hatte sich inzwischen längst aus Moskau zurück gezogen.
Sie befand sich in Auflösung begriffen.
Das sächsische Korps, befand sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in einem schlechten Zustand.
Es fehlte an nahezu allem, Schuhe und Mäntel waren Mangelware. So war es nicht
verwunderlich, das die Männer alles was tragbar war - ansichnahmen! Selbst Priestergewänder
wurden in den Kolonnen gesehen.
Trotz aller Entbehrungen blieb innerhalb des Korps die Moral und Diszilin erhalten.
Als am 14. November das Korps in Wolkowysk lagerte. Griffen die Russen überraschend an.
Nur die zufällig dort positionierten leichten Regimenter verhinderten zunächst schlimmeres.
In dem zweitägigen Ringen um den Ort, konnte der Sieg nur dadurch errungen werden, da sich
die Österreicher näherten. Die Russen verloren 8.000 Mann an Gefangenen, welche aber
wieder freigelassen werden mussten.
Die beiden leichten Regimenter hatten solch starke Verluste, dass sie jeweils nur
noch ein Bataillon bilden konnten.
General Reynier erhielt am 29. November den Befehl nach Osten vorzurücken,
um den Rückzug der Hauptarmee zu decken. Man marschierte nochmals nach Slonim, da
die Niederlage nun offensichtlich war, zog man sich nach Warschau zurück, wo man einen
kurzen halt machte. Mit großen Schmerzen musste man die Verletzen zurück lassen.
In den turbulenten Tagen wurde einige in den Rückzug der Österreicher gezogen, wie
das erste leichte Regiment.
Der Reste des Korps zogen sich auf Kalisch zurück, wo es sich nach weiteren Gefechten
mit den Russen nahezu auflöste.

Das zweite leichte Regiment traf im März wieder in Dresden ein. Die Stimmung in Sachsen
schwankte nach dem Debakel in Russland zugunsten Preußens, dass sich mittlerweile
Russland angeschlossen hatte. In dieser turbulenten Zeit versuchte General Thielmann
die Festung Torgau an die Preußen zu übergeben, was an den Widerstand von General
Sahrer von Sahr scheiterte.
Nach dem Sieg Napoleons über die Allierten bei Großgörschen am 2. Mai 1813, befahl der
sächsisch König die erneute Unterstellung der Armee unter französisches Kommando.
Als VII. Korps rückte man nach Osten und traf am Abend nach der Schlacht von Bautzen ein. Bei dem Gefecht von Reichenbach am 22. Mai 1813 traf man auf die russische Nachhut, hier bewährten sich vor den Augen des Kaiser die leichten Truppen indem sie die Hügel des Töpferberges stürmten und die Russen warfen.

Bei den Gefechten in Schlesien gewannen die neuformierten Schützenregimenter zusehends
an Routine. General Sahrer von Sahr berichtet an den König:
"Die fast ganz neu organisierten Truppen, die so eilig und unvorbereitet auf
den Kampfplatz geführt wurden, schlugen sich, bei dem Mangel an Lebensmitteln,
in den hartnäckigen und zur Erschöpfung
der Kräfte führenden Gefechten wie die besten, erfahrenen und abgehärteten
Krieger, immer Mut, Ruhe und Ordnung behaltend."
Kurz vor Breslau schloss man schließlich einen Waffenstillstand.
Das VII. (sächsische) Korps bezog nahe Görlitz ein Biwak und die Regimenter wurden
nach wieder auf 2 Battaillone verstärkt. Auch das zweite leichte Regiment wurde
wieder auf Regimentsstärke gebracht.
Das Korps wurde zur Nordarmee geschickt, wo es an beiden Vorstößen nach Berlin teilnahm.
Das zweite leichte Regiment kämpfte am 23. August 1813 bei Großbeeren (23. August), wo es in härteste
Ortskämpfe verwickelt war. General Sahrer von Sahr wurde durch Bajonettstiche
schwer verwundet. Das zweite leichte Regiment sicherte an diesem Tag den sächsischen Rückzug.
Bereits am 6. September 1813 folgte die nächste Schlacht bei Dennewitz.
Hier stand das zweite leichte Regiment im zweiten Treffen.
Als das Regiment am Nachmittag auf den Ort Gölsdorf vorrückte, geriet die gesamte
Division durch preußische Artillerie in schwere Unordnung. Das Regiment bildete
einen Schleier vor der anrückenden preußen Infanterie, sodass der Linieninfanterie genug Zeit
blieb sich neu zu formieren. Als die Preußen immer mehr Kräfte ins
Feld warfen, mussten die Sachsen wiederrum weichen, wobei sie sich erneut auf die
Deckung durch die leichte Infanterie vertrauen konnten.
Das zweite leichte Regiment war wieder auf ein einziges Bataillon von 450 Mann
zusammengeschmolzen.
Nach den Rückschlägen zog sich Napoleon auf Leipzig zurück. Das sächsische Korps
trifft am 17. Oktober hier ein. Die Moral der sächsischen Truppen ist sehr schlecht,
da der Kaiser die Schuld der Niederlagen auf die Sachsen schob. Am nächsten Morgen
läuft zunächst die sächsische Kavallerie zu den Verbündeten über, kurz danach auch
das zweite leichte Regimentes und am Nachmittag der Rest des Korps.
General Zeschau berichtet hierüber den König. Einzig das Kürassierregiment
Zastrow wird vom Kaiser persönlich entlassen.
Am 23. Oktober standen in der sächsischen Armee gerade noch 5.300 Mann unter Waffen.
Mitte November wurden die Truppen für eine Neugliederung zwischen Merseburg-Querfurt
zusammengezogen. Das zweite leichte Regiment sollte auf 1.486 Mann zu 2 Bataillone in je
4 Kompanien neu errichtet werden.
Die sächsischen Truppen sollten unter dem Kommando des kaiserlich-russischen Generals
Herzog Karl-August zu Sachsen-Weimar in Flandern operieren. Die Aufgaben waren unter
anderem den Ausfall der französischen Garnision von Antwerpen zu verhindern und die
Sicherung der Versorgungsstraßen. Am 30. April wurde der Feldzug offiziell beendet.
Die Truppen wurden über die Stationen Antwerpen, Aachen, Koblenz, Aachen nach Lüttich
versetzt.

Die Teilung der sächsischen Truppen
Am 20. Januar erging der Befehl an den kommandierenden General Kleist von Nollendorf
alle Maßnahmen vorzubereiten, um eine rasche Teilung der sächsischen Truppen durchzuführen.
Dies geht auf die Maßnahmen des Wiener Kongresses zurück.
Als die Teilungsabsicht den sächsischen Truppen bekannt wurde, gab es unter diesen eine
gehörige Unruhe. Vor dem Dienstsitz Generals Blücher kam es zu Handgemengen, so daß
Blücher gezwungen war vor den Toren der Stadt zu nächtigen.
Der zutiefst in seinem Ehrempfinden betroffene Oberbefehlshaber lies ohne standgerichtliches
Verfahren 4 Meuterer sofort hinrichten.
Die Teilung wurde bis zum 29. Juni 1815 durchgeführt. Alle nun in den abzutretenden
sächsischen Landesteilen an Preußen beheimatenden Soldaten, wurden für die preußische Armee neuverpflichtet.
Entscheidend war der Geburtsort der Soldaten.
Quellen:
- alle Bilder Wikipedia
- "Die Sächsische Armee 1810-1813" - Bunde/Gärtner/Stein
- "Die Sächsische Armee zur Zeit Napoleons" - Gülch
- "Erinnerungen aus dem Feldzuge des Sächsischen Corps unter dem General Grafen Reynier
im Jahr 1812" - Generalleutnant von Funck
- Stamm- und Rangliste der Königlich-Sächsischen Armee 1810,1811,1812