Reenactment
Was bedeutet eigentlich das Wort Reenactment?
Ursprünglich stammt dieses Wort aus Amerika und bedeutet in etwa
-nachstellen; wiederholen- von historischen Ereignissen bzw. Epochen.
Wobei der Begriff "lebendige Geschichte" (living history) dieses etwas
genauer bezeichnet. Spricht man in Hobbyistenbereich vom Reenactment,
meint man meist die militärische Darstellung einer bestimmten Epoche.
Während man bei "living history" eher die Zivildarstellung meint.
In unserem Verein enthält neben der Militärdarstellung natürlich die
Darstellung des Zivillebens der damaligen Zeit.
Bei der Militärdarstellung in der Napoleonik und im Amerikanischen
Bürgerkrieg haben wir uns auf die "leichte" Infanterie spezialisiert!
Die Ausrüstung in den beiden Epochen entspricht den der originalen Vorschriften
und Uniformschnitten!
Was nicht in die Epochen paßt, wird weggelassen.
Fehlen jemanden Ausrüstungsteile, so helfen wir uns gegenseitig bzw. greifen
auf unser Depot zurück, wo vor allem Neulinge sich die passenden Untensilien
ausleihen können.
Im Feldlager bzw. Biwak verwenden wir nur das, was in der Epoche gerade üblich
war. So verzichten wir in der Napoloenik auf Zelte und schlafen unter freiem
Himmel am Lagerfeuer! Es wird nur das verwendet, was man auf dem Marsch
mitnehmen kann.
Aber keine Angst, es gibt zum Glück Stroh und wer es gar nicht lassen kann,
darf in einem Zelt schlafen.
Im Amerikanischen Bürgerkrieg gab für die Soldaten Zelte, sofern das jeweilige
Regiment sie transportieren konnte. In festen Lagern, schliefen die Soldaten
generell in Zelten oder bauten sich stabile Hütten für den Winter!
Wir kochen mit der Ausstattung der damaligen Zeit am Lagerfeuer. Auch das
Essen orientiert sich, an der jeweiligen Epoche.
Es gibt auch einige Dinge, welche wir nicht mögen und weglassen wie z.B. unhöfliche und despotische Offiziere! Dienstgrade gibt es bei uns generell nicht, so stärken wir das Gemeinschaftsgefühl, denn jeder ist gleich!
Unsere Verein nimmt an Reenactments in Deutschland als auch in Europa teil.
Seit 2005 führen wir auch ein eigenes Reenactment, zum Amerikansichen Bürgerkrieg,
in der Nähe bei Boxberg durch.
In Deutschland bilden wir beim Amerikanischen Bürgerkrieg zusammen mit
dem 14th Louisiana Battalion -Austin's Sharpshooters- eine
"Leichte Infanteriekompanie" bzw. je nach Stärke ein "Leichtes Infanteriebattalion".
In der Napoleonik schließen wir uns dem Sächsischen Bataillon an!
Die aktuelle Zusammensetzung der Einheit:
- 1st Virginia Infantry Co. K "German Rifles"
- 1st Louisiana Special Battlion Co. B "Tiger Rifles"
- 14th Louisiana Battalion Co. A "Austin Sharpshooters"
Leichte Infanterie
Die "Leichte Infanterie" unterscheidet sich in wesentlichen Grundsätzen
von der "Linieninfanterie". Die Aufgaben entsprechen den Regularien der
damaligen Zeit. Das heißt, das in der Angriffsbewegung der Gegner zu
finden ist, ihn in einem hinhaltenden Feuergefecht zu binden, seine
Schwachstellen zu erkunden und der "Linieninfanterie" den Weg zu weisen.
In der Rückzugsbewegung schützen wir die eigenen Truppen vor dem nachsetzendem
Gegner und verwickeln ihn in Hinhaltegefechte, bis sie das Feld verlassen haben.
Die Fechtweise der "Leichten Infanterie" ist in aufgelockerter Ordnung,
wobei sich die Schützen paarweise unterstützen.
Aus jeglichen Gelände ist ein Vorteil zu erzielen und der bestmögliche
Schutz zu suchen.
Die innerhalb der "Leichten Infanterie" fechtenden Scharfschützen, sind
bestmöglich vor den feindlichen Truppen zu schützen.
Die Ausrüstung der "Leichten Infanterie" unterscheidet sich nur wenig von
der der "Linieninfanterie". Nur die Scharfschützen machen mit ihren Waffen
eine Ausnahme, so daß sie z.B. im Amerikanischen Bürgerkrieg keine Bajonette tragen.
Bei einem Angriff durch gegnerische Kavallerie sind sie daher schutzlos
und müssen von den Rest der "Leichten Infanterie" im besonderen geschützt
werden.
Die Einsatzbereiche sollten in der Regel an den Flanken der gegnerischen
Front sein. Vor der direkten Front des Gegners kämpft die "Leichte Infanterie"
in aufgelockerter Schützenlinie. Dort bildet sie die sogenannte "Plänklerlinie"
(amerik.: Skirmishline; franz.: trialieren) vor der eigentlichen Hauptmasse
der anrückenden Infanterie.
Die Ausrüstung:
Da sich verschiedene Einheiten zur "Leichten Infanterie" zusammengeschlossen haben, bestehen auch Differenzen zur Ausrüstung.
Die 1th Virginia Infanterie Co. K trägt eine hellgraue Uniform mit schwarzen Aufschlägen (Richmond Depot Type I),
die Hosen besitzen einen schwarzen Seitenstreifen. Als Kopfbedeckung wird ein Käppi nach franz. Muster getragen.
Der Tornister gehört ebenfalls zur Ausrüstung, wobei verschiedene Modelle im Einsatz sind. Das Koppelzeug besteht
aus weißem Leder und einer rechteckigen Virginia-Koppelschließe. Als Bewaffnung wird eine 3- oder 2-Band Enfield-Muskete
mit dazu gehörigen Bajonett getragen.



Im Unterschied zur 1th VA trägt die 14th Louisiana eine dunkelgraue Uniform mit grünen Aufschlägen. Sie benutzen Scharfschützengewehre mit Zielfernrohraufsatz und tragen generell keine Bajonette. Die Louisiana Tigers tragen eine für den Süden eher ungewöhnliche Zouaven-Uniform. Diese wechselt von 1861 - 1865 die Farbe Blau zu Braun.
Die Ausbildungsvorschrift der leichten Kompanie basiert auf der Hardee. Die 1. Virginia Infanterie hatte eine Vorschrift nach Hardee, welche vom Captain J. K. Lee modifiziert wurde. Diese Vorschrift ist heute Grundlage bei der Ausbildung der leichten Kompanie. Die Vorschrift steht zum Download bereit.
Ausbildung nach Hardee/J.K. Lee für leichte Infanterie